Schallschutz bei Trennwänden: dB-Werte verstehen

Der Rw-Wert gibt an, wie viel Schall eine Wand dämmt: Einfachverglasung erreicht rund 32 bis 36 dB, doppelt verglaste Systeme 40 bis 45 dB, geschlossene Systemtrennwände je nach Aufbau 35 bis 49 dB. Bereits 10 dB Unterschied werden vom menschlichen Ohr als deutliche Halbierung der Lautstärke wahrgenommen.

Was der Rw-Wert misst

Der bewertete Schalldämm-Mass Rw beschreibt, um wie viel Dezibel eine Bauteiltrennwand den Luftschall zwischen zwei Räumen reduziert, gemessen unter Labor- oder Feldbedingungen. Je höher der Rw-Wert, desto besser die Dämmung. Der Wert bezieht sich immer auf das gesamte Bauteil inklusive Anschlüssen, nicht nur auf das Glas oder Paneel allein.

Wichtig für die Praxis: Der Rw-Wert eines Systems im Datenblatt gilt für den fachgerechten Einbau. Undichte Anschlüsse an Boden, Decke oder Wand, offene Kabeldurchführungen oder eine nicht schliessende Tür senken den effektiven Wert vor Ort spürbar.

Massgebend für die Berechnung und Prüfung ist in der Schweiz die Normenreihe SIA 181 zum Schallschutz im Hochbau. Sie legt fest, wie der Rw-Wert ermittelt wird und welche Mindestanforderungen je nach Raumnutzung gelten. Bei der Systemwahl orientieren wir uns an diesen Grundlagen und den konkreten Anforderungen Ihres Projekts.

Schalldämmung ist nicht Schallabsorption

Diese beiden Begriffe werden oft verwechselt, meinen aber Unterschiedliches. Schalldämmung (Rw-Wert) beschreibt, wie viel Schall eine Wand am Durchdringen in den Nachbarraum hindert, also den Schutz vor Lärm von aussen. Schallabsorption beschreibt, wie viel Schall im selben Raum von einer Oberfläche geschluckt statt reflektiert wird, also die Verringerung von Nachhall im Raum selbst.

Für ein Sitzungszimmer, in dem vertrauliche Gespräche nicht ins Nachbarbüro dringen sollen, ist die Schalldämmung (Rw-Wert der Wand) entscheidend. Für ein Grossraumbüro, in dem es hallt und laut wird, ist zusätzlich die Schallabsorption der Oberflächen relevant, etwa durch Akustikpaneele.

Realistische Werte im Überblick

Einfachverglaste Glastrennwände (ESG, 8 bis 10 mm) erreichen typischerweise 32 bis 36 dB. Für einen normalen Büroalltag mit gedämpften Gesprächen reicht das häufig aus, vertrauliche Inhalte sind dabei aber nicht zuverlässig geschützt.

Doppelt verglaste Systeme mit Luftspalt zwischen zwei Glasscheiben erreichen 40 bis 45 dB und eignen sich für Besprechungsräume mit erhöhtem Diskretionsbedarf. Geschlossene, blickdichte Systemtrennwände mit Mineralwolldämmung im Kern liegen je nach Wandstärke und Ausführung zwischen 35 und 49 dB und bieten damit die grösste Bandbreite, von einfacher Raumtrennung bis zu Anforderungen nahe an einer Massivwand.

Der Wert einer Trennwand allein sagt zudem nichts über die Gesamtsituation eines Raumes aus: Flankierende Bauteile wie ein durchgehender Doppelboden, eine offene Lüftungsleitung oder eine gemeinsame Decke ohne Trennfuge können den effektiven Schallschutz spürbar verschlechtern, selbst wenn die Wand selbst einen hohen Rw-Wert aufweist.

Was 10 dB Unterschied in der Praxis bedeuten

Die Dezibel-Skala ist logarithmisch, nicht linear. Eine Erhöhung um 10 dB entspricht für das menschliche Ohr ungefähr einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke. Der Unterschied zwischen einer 32-dB-Wand und einer 42-dB-Wand ist subjektiv also deutlich grösser, als die Zahlen zunächst vermuten lassen.

Das erklärt, weshalb sich der Aufpreis für ein doppelt verglastes System oder eine geschlossene Akustikwand in sensiblen Bereichen oft lohnt: Der wahrgenommene Gewinn an Diskretion ist überproportional zum Preisunterschied.

Typische Anforderungen nach Raumnutzung

Für ein Sitzungszimmer, in dem Vertragsverhandlungen oder Personalgespräche stattfinden, empfehlen wir mindestens 40 dB, besser 42 bis 45 dB. Für eine Arztpraxis oder Therapieräume gilt aus Diskretionsgründen dasselbe, hier spielt zusätzlich die Anschlussdichtheit zu Boden und Decke eine grosse Rolle.

Für ein HR-Büro, in dem Lohn- und Personalgespräche stattfinden, ist ebenfalls ein Rw-Wert im Bereich von 40 dB und mehr sinnvoll. Für offene Bürozonen ohne vertrauliche Gespräche genügt oft eine einfach verglaste Lösung, kombiniert mit Akustikmassnahmen an der Decke.

In einem Grossraumbüro mit mehreren eingestellten Besprechungsboxen lohnt sich oft eine Kombination: Die Boxen selbst mit hohem Rw-Wert, die umgebende Fläche zusätzlich mit absorbierenden Deckensegeln oder Wandpaneelen, damit weder Gespräche nach aussen dringen noch der Grossraum selbst zu laut wird.

Wie wir den passenden Wert festlegen

Bei der Beratung fragen wir gezielt nach der Raumnutzung: Finden dort vertrauliche Gespräche statt? Grenzt der Raum an eine lärmintensive Zone? Wie ist die Deckenkonstruktion? Aus diesen Angaben leiten wir eine Systemempfehlung ab und weisen den zu erwartenden Rw-Wert in der Offerte aus.

Bestehende Deckenkonstruktionen, etwa eine durchgehende Betondecke ohne Unterbruch, beeinflussen zudem, wie hoch der theoretisch erreichbare Wert in der Praxis tatsächlich ausfällt. Diese Details klären wir bei der Vor-Ort-Begehung.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Rw-Wert und Schallabsorption?
Der Rw-Wert misst die Schalldämmung, also wie viel Lärm eine Wand am Durchdringen in den Nachbarraum hindert. Schallabsorption misst, wie viel Schall im selben Raum von Oberflächen geschluckt wird und damit den Nachhall reduziert. Beides sind unterschiedliche Grössen mit unterschiedlichem Zweck.
Welchen dB-Wert braucht ein Sitzungszimmer?
Für vertrauliche Gespräche empfehlen wir mindestens 40 dB, idealerweise 42 bis 45 dB. Das erreichen Sie mit doppelt verglasten Systemen oder geschlossenen Akustiktrennwänden mit dichten Anschlüssen.
Reicht eine einfach verglaste Glastrennwand für ein normales Büro?
Für den alltäglichen Bürobetrieb ohne hohe Diskretionsanforderung reichen 32 bis 36 dB einer Einfachverglasung häufig aus. Bei vertraulichen Inhalten empfehlen wir eine Ausführung mit höherem Rw-Wert.
Warum wirkt eine 42-dB-Wand viel leiser als eine 32-dB-Wand, obwohl der Unterschied nur 10 dB beträgt?
Die Dezibel-Skala ist logarithmisch. 10 dB weniger entsprechen für das menschliche Ohr ungefähr einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke, der Effekt ist also deutlich grösser, als die Zahl allein vermuten lässt.

Passende Leistungen: Akustiktrennwände · Glastrennwände · Meetingboxen & Telefonboxen

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